Wie schnell alles selbstverständlich wird….

Mit erschrecken habe ich festgestellt, dass es jetzt bereits sechs Monate her ist, dass ich etwas in diesem Blog geschrieben habe. Dies liegt zum einen an meiner sehr begrenzten Zeit, zum anderen aber auch an einem anderen Phänomen: Es wird so erstaunlich schnell alles selbstverständlich – das Wunder Vater zu sein wird abgelöst vom Alltag.

Dabei gab und gibt es bei genauerer Betrachtung so einiges zu berichten. Ich könnte schreiben von den Maßnahmen gegen eine drohende Hüftdysplasie, von der ersten festen Nahrung, den Schlafgewohnheiten, den ersten Versuchen im Krabbeln, dem Zahnen oder wie es ist, mit unserer Tochter den Tag über allein zu sein…

Ich weiß nicht, ob es mir gelingt, ich werde aber auf jeden Fall versuchen, einiges nachzuholen. In diesem Sinne beginne ich mit dem Hinweis, dass auf einer Webseite des Familienministeriums NRW ein Interview mit mir zu Thema Vater – Kind Bindung erschienen ist (auch wenn der Artikel einen anderen Eindruck erweckt, handelt es sich um ein Telefoninterview.): http://www.vaeter.nrw.de/Aktiv_Vater_sein/Tipps_und_Erfahrungen/Vater-Kind-Bindung___zwei-Vaeter-erzaehlen/index.php

Kinder sind nach der Geburt garantiert lieber beim Vater als bei einer Hebamme. Sich nach der Geburt um das Kind zu kümmern, gehört auch zur Rolle des Vaters.

Die Rolle des Vaters bei der Geburt

Dieser Artikel diskutiert die Rolle des Vaters bei der Geburt. Viele Väter sind unschlüssig, ob sie bei der Geburt ihres Kindes dabei sein möchten oder sollten. Mit diesem Text möchte ich ihnen helfen, zu verstehen, was auf sie zukommt.

Für mich war es immer selbstverständlich, dass ich bei der Geburt meiner Tochter dabei sein möchte. Trotzdem hatte ich nur eine sehr grobe Vorstellung davon, was meine Rolle bei der Geburt sein würde. Im Geburtsvorbereitungskurs habe ich dann erfahren, dass viele Männer nicht wissen, ob sie an der Geburt teilnehmen sollen. (Mehr darüber könnt ihr in meinem Artikel über den Geburtsvorbereitungskurs lesen.) Ich möchte hier daher davon berichten, was meiner Erfahrung nach die Rolle des Vaters bei der Geburt ist. (Über die Geburt unserer Tochter könnt ihr in meinen Geburtsbericht lesen.) Selbstverständlich lassen sich meine Erfahrungen nicht auf alle Paare übertragen, aber ich denke, bestimmte Dinge sind in jeder Geburt ähnlich. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, würde ich mich freuen, wenn ihr davon in den Kommentaren berichtet.

Als Vater bei der Geburt: psychische statt körperlicher Belastung

Aus der Sicht mancher Mütter haben Väter bei der Geburt eine angenehme Rolle. Sie müssen eigentlich nur dabei sein und haben nicht viel zu tun. Aber gerade dieses „nichts tun können,“ ist für mich sehr belastend gewesen. Wenn ein geliebter Mensch leidet, ist es das normalste der Welt, ihm helfen zu wollen. Während meine Freundin Schmerzen hatte und höchste körperliche Leistung liefern musste, nur danebenstehen zu können, ging für mich mit einem Gefühl der Macht- und Hilfslosigkeit einher. Dieses war extrem belastend und unangenehm.

Die Rolle des Vaters: Undankbare Aufgaben

Die praktische Unterstützung, die der Vater während der Geburt leisten kann, besteht in eher undankbaren Aufgaben. Dazu gehörten in meinem Fall:

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Während der Geburt werden die Wehen der Mutter und die Herzfrequenz des Kindes aufgezeichnet.

Geburtsbericht aus Sicht des Vaters

Ich berichte von der Geburt unserer Tochter und den dramatischen Erlebnissen danach aus meiner Perspektive als Vater.

Die Geburt unserer Tochter: Schneller als gedacht

Uns wurde im Geburtsvorbereitungskurs (Meinen Bericht dazu gibt es hier.) erzählt, die Geburt des ersten Kindes würde immer relativ lange dauern. Als dann am Freitagabend, 12 Tage nach dem errechneten Geburtstermin (Warum wir uns dagegen entschieden haben, die Geburt trotz Verspätung künstlich einleiten zu lassen, habe ich hier erläutert.) bei meiner Freundin die Wehen losgingen, haben wir es erstmal ruhig angehen lassen. Da es relativ dezent und unregelmäßig losging und meine Freundin auf keinen Fall die Nacht im Krankenhaus verbringen wollte, sind wir dann aber auch erstmal ins Bett gegangen. Am Samstagmorgen ging es dann dafür aber auch alles sehr zügig. Ich wachte auf, weil meine Freundin offensichtlich große Schmerzen hatte und sich auch übergeben musste. Ich sprang also schnell aus dem Bett unter die Dusche und schon ging es los ins Krankenhaus. Sehr gut war, dass wir bereits einige Wochen vorher die „Krankenhaustasche“ gepackt hatten. Dies kann ich allen nur empfehlen. Wenn wir während der Wehen erst angefangen hätten, die Sachen zusammenzusuchen, hätten wir garantiert die Hälfte vergessen.

Direkt in den Kreissaal

Während der Autofahrt hatte ich schon sorgen, dass wir doch zu lange gewartet hatten. Meine Freundin hatte starke Schmerzen und besonders schlimm war, dass ihr extrem übel war. Als wir dann um 9 Uhr morgens im Krankenhaus ankamen, wurden wir dann auch direkt in den Kreißsaal geführt und eine der Hebammen begann sofort mit der Untersuchung. Allerdings kam dann erstmal eine Entwarnung: Der Muttermund war erst zwei Zentimeter geöffnet. Die Aussage der Hebamme war sinngemäß: „Erst zwei Zentimeter und das erste Kind – das dauert noch!“

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Die Wiege ist immer noch leer. Wir müssen über eine Einleitung der Geburt nachdenken.

Einleitung der Geburt – Gründe und Risiken

Die meisten Ärzte schlagen die künstliche Einleitung der Geburt vor, wenn der errechnete Geburtstermin mehr als eine Woche überfällig ist – auch wenn keine unmittelbare Notwendigkeit besteht. Ist dies sinnvoll? Wie lange sollte auf eine natürliche Geburt gewartet werden und ab wann kann dies gefährlich werden?

Warten, warten, warten?

Unsere Tochter ist derzeit elf Tage überfällig. Auch wenn wir beide sehr beschäftigt sind (Wir schreiben beide unsere Abschlussarbeit.), wird das Warten langsam doch merkwürdig. Nachdem der errechnete Geburtstermin einige Tage verstrichen war, haben wir uns selbstverständlich auch die Frage gestellt, kann dies zu einem Problem werden? Was machen wir, wenn die Wehen einfach nicht losgehen? Verstärkt wurden unsere Sorgen noch dadurch, dass bei den CTGs (Eine Erklärung, was das genau ist, gibt es bei Wikipedia.) meiner Freundin mal Wehen zu sehen waren mal nicht, sie jedoch nie etwas davon gespürt hat.

Gründe für die künstliche Einleitung der Geburt

Inzwischen empfehlen viele Ärzte die künstliche Einleitung der Geburt, sobald der errechnete Geburtstermin sieben Tage überschritten ist. Dies führt dazu, dass die Anzahl der Kinder, die durch eine künstliche Einleitung der Geburt zu Welt kommen, drastisch gestiegen ist. Um die Geburt künstlich einzuleiten, gibt es eine ganze Reihe von Methoden. (Eine Übersicht gibt es hier.) Aber warum wird nicht einfach gewartet, bis das Kind von alleine auf die Welt kommt? Was sind die Gründe für eine künstliche Einleitung der Geburt?

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Der duftende Kaffee ist durch sein Koffein eine Gefahr für das ungeborene Kind.

Koffein – Gefahr in der Schwangerschaft

Koffein ist eine unterschätze Gefahr in der Schwangerschaft. Ärzte und Eltern erkennen oft nicht das Risiko für das ungeborene Kind.

Wachstumsstörung? – Ursache Koffein

In den letzten Wochen vor der Geburt hieß es immer wieder, unser Kind wäre relativ klein, aber es sei noch alles im Rahmen. Ungefähr einen Monat vor der Geburt kam dann die Horrorbotschaft: Unser Baby sei deutlich zu klein und die Größe müsste dringend genauer überprüft werden. Direkt vor weg – es war falscher Alarm. Als einige Tage später der Spezialist im Krankenhaus die Berechnung durchführte, zeigte sich, dass einfach Messung und Schätzung der Frauenärztin falsch gewesen waren.

Aber in den Tagen dazwischen haben wir uns selbstverständlich die Frage gestellt, was die Ursache der zu geringen Größe sein kann und was wir vielleicht falsch gemacht haben. Wir stießen dann auf einen Punkt den wir tatsächlich nur unzureichend beachtet hatten – Koffein.

Auch Ärzte unterschätzen die Gefahr

Es war nicht so, dass wir uns nicht schon vorher über Koffein Gedanken gemacht hätten. Aber die Frauenärztin hatte meiner Freundin gesagt, zwei Tassen Kaffee am Tag seien völlig unbedenklich. Nur mehr sollte es nicht sein. Wie viel Koffein genau in einer Tasse Kaffee ist schwankt, aber grob lässt sich sagen, dass in einer Tasse (300ml) ca. 200mg Koffein sind. Zwei Tassen Kaffee entspricht also 400mg Koffein. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Maximalwert für Schwangere liegt jedoch bei 300mg, die USA und Norwegen setzen den Grenzwert sogar schon bei 200mg. Dies zeigt, dass die Empfehlung der Ärztin völlig falsch war! Die Gefahr, welche von Koffein ausgeht, wird also auch von Ärzten unterschätzt.

Grenzwerte für Koffein in der Schwangerschaft sogar noch zu hoch

Aktuelle Studien zeigen, dass die Grenzwerte von 300mg bzw. 200mg sogar noch zu hoch sind. Es stellte sich heraus, dass bereits ab 100mg pro Tag das Koffein eine negative Wirkung auf das Wachstum des Kindes hat. Dies wurde in Norwegen in einer großen Studie mit 60.000 Teilnehmerinnen bestätigt. (Hier ein Artikel dazu.) Ein verringertes Geburtsgewicht hat zwar keine unmittelbaren negativen Folgen, führt aber zu einer lebenslänglich schwächeren Konstitution und größerer Anfälligkeit für Gesundheitsprobleme.

Koffein ist nicht nur in Kaffee

Auch wer während der Schwangerschaft vollständig auf Kaffee verzichtet, kann die Grenze von 100mg Koffein überschreiten. Es hält sich z. B. hartnäckig das Gerücht, dass Tee kein Koffein, sondern Teein enthalte. Dies ist aber Unsinn, im Endeffekt ist das sogenannte Teein auch nichts Anderes als Koffein. Aber neben offensichtlichen Koffeinquellen wie Kaffee, Tee, Cola oder Energydrink, gibt es auch viele versteckte Koffeinquellen, so z. B. Schokolade.

Zum Schluss daher hier eine kleine Übersicht der Koffeinmenge in verschiedenen Stoffen:
(Alle Angaben sind ungefähr und ohne Gewähr. Informiert euch selbst und fragt im Zweifelsfall einen Arzt nach den genauen Werten!)
Filterkaffee: ca. 60 – 70mg pro 100ml.
Espresso: ca. 130mg pro 100ml.
Schokolade: ca. 20 – 90mg pro 100g (je mehr Kakaoanteil desto mehr Koffein).
Tee: ca. 30 – 40 mg pro 100ml.
Guarana: ca. 60 – 70mg pro 1g.
Mate-Limonaden: ca. 25mg pro 100ml.

Vornamenlexikon

Duden – Das große Vornamenlexikon Rezension

Eine Rezension zu „Duden – Das große Vornamenlexikon: Herkunft und Bedeutung von über 8 000 Vornamen“ (Duden Verlag, 2014). Das Duden Vornamenlexikon soll werdenden Eltern dabei helfen, den richtigen Vornamen für ihr Kind zu finden. Aber lohnt sich die Anschaffung solch eines Buches in Zeiten von unzähligen, kostenlosen Internetseiten zu dem Thema überhaupt noch?

Von dieser Rezension gibt es auch eine Videoversion bei Youtube.

Tipps zur Auswahl des Names habe ich schon vor einigen Tagen in einem eigenen Artikel gegeben.

Duden - Das große Vornamenlexikon
Duden – Das große Vornamenlexikon

Das Vornamenlexikon des Dudenverlags lässt sich grob in fünf Bereiche einteilen. Das Buch beginnt mit einem kurzen einleitenden Teil zur Namenwahl und Namensmoden. Es folgt ein Teil zur Namenherkunft und der Geschichte der Vornamengebung. Der dritte Teil des Vornamenlexikon behandelt die rechtlichen Bestimmungen zur Namensgebung und zur Rechtschreibung der Namen.
Der Hauptteil des Vornamenlexikon besteht selbstverständlich in der alphabetischen Auflistung der Namen. Wie der Untertitel des Buches schon sagt, werden mehr als 8000 Namen angeführt. Am Ende des Buchs folgen noch einige Listen, in denen die Namen nach bestimmten Kriterien sortiert sind, z. B. danach, ob sie männlich oder weiblich sind, oder eine bestimmte Herkunft haben. Das Vornamenlexikon gibt zu jedem Namen an, ob er typischerweise männlich oder weiblich ist, und aus welchem Land bzw. Kulturkreis er stammt. Des Weiteren gibt es einen mal mehr, mal weniger umfangreichen Text zu Herkunft und Bedeutung der Namen. In der Regel wird auch die Lautschrift zur Aussprache des Namens (bei mehreren Varianten auch für die unterschiedlichen Versionen) angegeben. Merkwürdig ist jedoch, dass diese bei einigen Namen fehlt.

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Vornamen

Der Vorname – eine Entscheidung fürs Leben

Unser Vorname begleitet uns ein Leben lang. Die Wahl des Vornamens ist daher eine der folgenschwersten Entscheidungen, die Eltern treffen müssen. Es ist daher kein Wunder, dass viele Eltern sich Sorgen machen, sich für den falschen Vornamen zu entscheiden. Aber kann es überhaupt gute oder schlechte Vornamen geben?

Zumindest existieren einige Punkte, welche bei der Wahl des Vornamens beachtet werden sollten. Welche von diesen Punkten als wichtig empfunden werden und welche als nebensächlich ist aber sicherlich eine Frage des persönlichen Empfindens.

6 Tipps zu Wahl des Vornamen

1.    Die Häufigkeit eines Vornamens: Ich selbst habe einen extrem häufigen Vornamen und weiß daher aus eigener Erfahrung, dass es unheimlich nervig sein kann, wenn mehrere Personen im Raum den gleichen Vornamen haben. Es ist daher durchaus sinnvoll keinen extremen Modenamen zu wählen. Das ist schließlich auch etwas unkreativ, oder? Selbstverständlich solltet ihr aber nicht von eurem absoluten Traumnamen ablassen, nur weil er gerade en vouge ist. Eine Liste mit den häufigsten Vornamen der letzten Jahre gibt es hier.

2.    Die Bedeutung eines Vornamens: Manche halten dies für völlig egal, für Andere ist es das wichtigste Kriterium. Ich muss gestehen, ich persönlich gehöre eher zu Letzteren. Im Alltag spielt die Bedeutung eines Vornamens praktisch keine Rolle, aber ist es nicht schöner seinem Kind erzählen zu können, dass sein Vorname „Mut“, „Schönheit“, „Stärke“ etc. bedeutet, als wenn die Bedeutung „hässlich“ oder „Feigling“ ist? Zudem haben viele Vornamen eine religiöse Herkunft, über diese sollten sich werdende Eltern zumindest bewusst sein.

3.    Wie wirkt eine Name auf andere Kinder: Wir bilden uns gerne ein, dass Kinder unschuldig und immer nett zueinander sind. Leider ist dies nicht der Fall. Es besteht also das Risiko, dass ein allzu merkwürdiger Vorname dazu führt, von anderen Kindern wegen des Vornamens gehänselt zu werden.

4.    Langer Nachname, kurzer Vorname und umgekehrt: Viele Menschen empfinden es als schöner wenn ein kurzer Nachname mit einem langen Vornamen kombiniert wird und umgekehrt. Zu kurze oder zu lange Namen wirken einfach nicht so nett.

5.    Alliterationen: Hier scheiden sich wohl die Geister. Die einen finden es unglaublich schön und wohlklingend, wenn Vorname und Nachname mit dem gleichen Buchstaben beginnen, andere halten es für puren Kitsch.

6.    Der kulturelle Hintergrund eines Vornamens: Dies sollte eigentlich keine Rolle spielen, leider ist es aber anders. Für ein Kind im Grundschulalter ist es meistens wohl eher merkwürdig, ständig folgendes Gespräch zu führen. „Kommt dein Vater oder deine Mutter aus Land XY?“ – „Sie kommen beide aus Deutschland.“ – „Ach so, dann kommen deine Großeltern aus Land XY!“ – „Nein.“ – „Aber ihr habt Religion Z.“ – „Nein, haben wir nicht.“

Dies sechs Punkte haben im wesentlich unsere Entscheidung zum Vornamen unseres Kindes bestimmt. Trotz dieser Kriterien ist es uns nicht gerade leicht gefallen. Uns haben die ganze Zeit Fragen beschäftigt wie: Ist der Vorname auf Dauer vielleicht doch blöd? Gibt es vielleicht einen cooleren, schöneren oder kreativeren Namen?

Wie ist eure Suche nach dem Vornamen verlaufen? Welche Punkte waren für eure Entscheidung wichtig? Ist es euch eher leicht oder schwer gefallen?

fragezeichenschmal

Informationsabend im Krankenhaus

Gestern haben wir einen Informationsabend im Krankenhaus zur Geburt dort besucht, von dem ich hier kurz berichten möchte.
Für uns kommen für die Geburt grundsätzlich zwei Krankenhäuser in Frage. Beide sind in der Nähe und ihr Ruf ist ganz ok. Welches also wählen? Meine Freundin hatte sich das andere Krankenhaus schon bei einem ähnlichen Informationsabend angesehen. Ich hatte da leider einen anderen Termin und konnte nicht mit.

Der Informationsabend gestern war ganz nett gemacht. Er fand in der Cafeteria des Krankenhauses statt und es gab kostenlose Getränke (Saft und Wasser). Zunächst berichtete ein Arzt von den Untersuchungen, welche das Krankenhaus vor der Geburt anbietet, davon wie die Kreissäle ausgestattet sind und welche Möglichkeiten es bei der Geburt gibt. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir, dass seit kurzem wieder Lachgas als Schmerzmittel angeboten wird. Früher war dies recht üblich: Meine Großmutter hatte meiner Freundin erzählt, dass sie es bei den Geburten teilweise genutzt hatte. Der Vorteil gegenüber einer PDA (Schmerzmittel über das Rückenmark) ist, dass Lachgas weniger Nebenwirkungen und weniger Risiken hat.
Es folgte ein Vortrag einer Hebamme, welche von der Station berichtete und den Angeboten, welche das Krankenhaus nach der Geburt bietet. Diese richteten sich nicht nur an den Zeitraum unmittelbar nach der Geburt, sondern beinhalteten auch Angebote für die ersten Monate – wie z. B. das Stillcafé. Nicht so gut fand ich dabei, dass der Vortrag auch als Werbung für kostenpflichtige Angebote genutzt wurde.
Als Letztes erzählte ein Kinderarzt dann von den Untersuchungen, welche in den ersten Lebenstagen gemacht werden. Nach jedem Vortrag gab es auch kurz die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Normalerweise wäre im Anschluss an die Vorträge einer der Kreissäle besichtigt worden. Dies musste jedoch leider ausfallen, da sie alle belegt waren.

Unser persönliches Fazit des Abends ist, dass wir uns für dieses Krankenhaus entschieden haben. Der Grund ist, dass hier direkt von den Ärzten erwähnt wurde, dass auch eine ambulante Geburt möglich ist. (Also bereits nach einigen Stunden nach Hause zu fahren, sofern das Kind gesund ist.) Es ist uns wichtig, dies zumindest als Option zu haben, und die Mitarbeiter des anderen Krankenhauses hatten eher eine negative Einstellung zur ambulanten Geburt. (Da sie dies aber auch nicht begründet haben, ist meine Vermutung, dass es einfach darin liegt, dass ein Krankenhaus daran nicht so viel verdient.)

Mein Eindruck zu solchen Informationsabenden: Grundsätzlich scheint mir dies eine sinnvolle Sache zu sein. Hätten wir gewusst, dass die Besichtigung der Kreissäle nicht möglich ist, hätten wir uns den Informationsabend vermutlich geschenkt. Aber dies war schlicht und einfach Pech. Gerade wenn mehrere Krankenhäuser zur Auswahl stehen, kann ich den Besuch dieser Informationsabende daher durchaus empfehlen.

Wiege

Geburtsvorbereitungskurs Erfahrungsbericht: Teil 4

Mein Bericht der beiden letzten Sitzungen des Geburtsvorbereitungskurses. Es ging um die ersten Tage nach der Geburt und den Umgang mit einem Baby.

Tragen, Schlafen, Waschen

Die vorletzte Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses handelte von dem richtigen Umgang und der Pflege eines Babys. Die Sitzung war grundsätzlich sehr informativ und wichtig. Mir persönlich bot sie wenig Neues.
Zunächst ging es darum, wie ein Baby gehalten werden muss. Die wichtige Grundregel hierbei: Der Kopf darf niemals nach hinten abknicken können! Die Nackenmuskulatur von Neugeborenen ist noch nicht stark genug, den Kopf nach hinten zu halten, sodass es zu schweren Verletzungen kommen kann. Dies trifft nicht nur bei Haltungen mit „Rückenlage“ zu, sondern bezieht sich auch auf aufrechte und seitliche Haltungen, da auch Babys durchaus zu ruckartigen Bewegungen in der Lage sind, bei denen der Kopf dann nach hinten fallen kann. Nicht ganz so bekannt ist, dass es auch Haltungen gibt, welche die Entwicklung der Nackenmuskulatur fördern: Z. B. die „Flugzeughaltung“ auf dem Bauch.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei dem Geburtsvorbereitungskurs war die richtige Schlaflage für Neugeborene. Aufgrund der unterentwickelten Nackenmuskulatur besteht die Gefahr, dass Babys ersticken, wenn im Schlaf etwas ihren Mund und ihre Nase bedeckt. Deswegen werden Babys heute – anders als früher – auf den Rücken gelegt und es wird auf weiche Kissen und Decken verzichtet. Einige Teilnehmer des Geburtsvorbereitungskurses diskutierten mit der Hebamme recht lange darüber, ob die Rücken- und Seitenlage dazu führen können, dass sich der noch weiche Schädel des Baby unschön verformt. Ich kürze diese Diskussion hier ab und berichte nur vom Ergebnis: Es muss darauf geachtet werden, dass das Baby nicht ausschließlich den Kopf auf einer Seite liegen hat. (Beispielsweise weil sein Bett neben dem der Eltern steht und es sich immer zu ihnen hin dreht.) In diesen Fällen muss das Kind motiviert werden auch ab und an auch auf die andere Seite zu drehen. Abgesehen davon besteht keine große Gefahr einer „Verformung.“

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Pillen

Geburtsvorbereitungskurs Teil 3: Mögliche Probleme bei der Geburt

Der vierte Termin des Geburtsvorbereitungskurses behandelte mögliche Probleme und Komplikationen während der Geburt und was sich dagegen tun lässt, bevor zum Kaiserschnitt als letztem Mittel gegriffen wird.

Im ersten Artikel meiner Reihe über unseren Geburtsvorbreitungskurs geht es um das Organisatorische und Erwartungen an den Kurs. Der zweite Artikel behandelt die Wehen, den Geburtsvorgang und was sich vorbereitend unternehmen lässt, um beides zu erleichtern.

Nun war es Zeit, sich der Frage zu widmen, was sich machen lässt, wenn die Geburt nicht rund läuft:

Mein Eindruck war, dass sich alle Komplikationen auf vier Grundprobleme reduzieren lassen: 1. Das Kind liegt falsch. 2. Die Frau verhält sich während der Geburt falsch und arbeitet (aus Versehen!) gegen den Geburtsprozess, statt ihn zu unterstützen. 3. Das Baby passt nicht durch den Beckenknochen oder sitzt sonst irgendwie fest. 4. Die Kraft und Energie der Mutter reichen nicht.

Ein Kaiserschnitt ist grundsätzlich keine gute Idee und sollte nur als allerletztes Mittel angewandt werden. Dies hatte ich schon vorher gelesen und es wurde auch von der Leiterin des Geburtsvorbereitungskurses bestätigt. Die Gründe liegen auf der Hand: Es ist eine ernstzunehmende Operation, welche den Körper der Mutter stark belastet und immer das Risiko von Komplikationen beinhaltet. Der zweite Grund scheint mir aber fast noch wichtiger. Ein Kaiserschnitt ist für Mutter und Kind sehr belastend. Nicht nur, dass das Kind auf eine sehr unnatürliche Weise zur Welt kommt, die Mutter ist unter Narkose und in der Regel erst nach einigen Stunden wieder bei vollem Bewusstsein. Nachdem sie neun Monate eine Einheit waren, ist der Kontakt zwischen Mutter und Kind also direkt nach der Geburt für einige Stunden unterbrochen. Für das Kind ist also der Kontrast und der Schock der Geburt viel größer und die Mutter wacht auf und ist vor vollendete Tatsachen gestellt.

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