Archiv für den Monat: April 2014

Koffein – Gefahr in der Schwangerschaft

Koffein ist eine unterschätze Gefahr in der Schwangerschaft. Ärzte und Eltern erkennen oft nicht das Risiko für das ungeborene Kind.

Wachstumsstörung? – Ursache Koffein

In den letzten Wochen vor der Geburt hieß es immer wieder, unser Kind wäre relativ klein, aber es sei noch alles im Rahmen. Ungefähr einen Monat vor der Geburt kam dann die Horrorbotschaft: Unser Baby sei deutlich zu klein und die Größe müsste dringend genauer überprüft werden. Direkt vor weg – es war falscher Alarm. Als einige Tage später der Spezialist im Krankenhaus die Berechnung durchführte, zeigte sich, dass einfach Messung und Schätzung der Frauenärztin falsch gewesen waren.

Aber in den Tagen dazwischen haben wir uns selbstverständlich die Frage gestellt, was die Ursache der zu geringen Größe sein kann und was wir vielleicht falsch gemacht haben. Wir stießen dann auf einen Punkt den wir tatsächlich nur unzureichend beachtet hatten – Koffein.

Auch Ärzte unterschätzen die Gefahr

Es war nicht so, dass wir uns nicht schon vorher über Koffein Gedanken gemacht hätten. Aber die Frauenärztin hatte meiner Freundin gesagt, zwei Tassen Kaffee am Tag seien völlig unbedenklich. Nur mehr sollte es nicht sein. Wie viel Koffein genau in einer Tasse Kaffee ist schwankt, aber grob lässt sich sagen, dass in einer Tasse (300ml) ca. 200mg Koffein sind. Zwei Tassen Kaffee entspricht also 400mg Koffein. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Maximalwert für Schwangere liegt jedoch bei 300mg, die USA und Norwegen setzen den Grenzwert sogar schon bei 200mg. Dies zeigt, dass die Empfehlung der Ärztin völlig falsch war! Die Gefahr, welche von Koffein ausgeht, wird also auch von Ärzten unterschätzt.

Grenzwerte für Koffein in der Schwangerschaft sogar noch zu hoch

Aktuelle Studien zeigen, dass die Grenzwerte von 300mg bzw. 200mg sogar noch zu hoch sind. Es stellte sich heraus, dass bereits ab 100mg pro Tag das Koffein eine negative Wirkung auf das Wachstum des Kindes hat. Dies wurde in Norwegen in einer großen Studie mit 60.000 Teilnehmerinnen bestätigt. (Hier ein Artikel dazu.) Ein verringertes Geburtsgewicht hat zwar keine unmittelbaren negativen Folgen, führt aber zu einer lebenslänglich schwächeren Konstitution und größerer Anfälligkeit für Gesundheitsprobleme.

Koffein ist nicht nur in Kaffee

Auch wer während der Schwangerschaft vollständig auf Kaffee verzichtet, kann die Grenze von 100mg Koffein überschreiten. Es hält sich z. B. hartnäckig das Gerücht, dass Tee kein Koffein, sondern Teein enthalte. Dies ist aber Unsinn, im Endeffekt ist das sogenannte Teein auch nichts Anderes als Koffein. Aber neben offensichtlichen Koffeinquellen wie Kaffee, Tee, Cola oder Energydrink, gibt es auch viele versteckte Koffeinquellen, so z. B. Schokolade.

Zum Schluss daher hier eine kleine Übersicht der Koffeinmenge in verschiedenen Stoffen:
(Alle Angaben sind ungefähr und ohne Gewähr. Informiert euch selbst und fragt im Zweifelsfall einen Arzt nach den genauen Werten!)
Filterkaffee: ca. 60 – 70mg pro 100ml.
Espresso: ca. 130mg pro 100ml.
Schokolade: ca. 20 – 90mg pro 100g (je mehr Kakaoanteil desto mehr Koffein).
Tee: ca. 30 – 40 mg pro 100ml.
Guarana: ca. 60 – 70mg pro 1g.
Mate-Limonaden: ca. 25mg pro 100ml.

Duden – Das große Vornamenlexikon Rezension

Eine Rezension zu „Duden – Das große Vornamenlexikon: Herkunft und Bedeutung von über 8 000 Vornamen“ (Duden Verlag, 2014). Das Duden Vornamenlexikon soll werdenden Eltern dabei helfen, den richtigen Vornamen für ihr Kind zu finden. Aber lohnt sich die Anschaffung solch eines Buches in Zeiten von unzähligen, kostenlosen Internetseiten zu dem Thema überhaupt noch?

Von dieser Rezension gibt es auch eine Videoversion bei Youtube.

Tipps zur Auswahl des Names habe ich schon vor einigen Tagen in einem eigenen Artikel gegeben.

Duden - Das große Vornamenlexikon
Duden – Das große Vornamenlexikon

Das Vornamenlexikon des Dudenverlags lässt sich grob in fünf Bereiche einteilen. Das Buch beginnt mit einem kurzen einleitenden Teil zur Namenwahl und Namensmoden. Es folgt ein Teil zur Namenherkunft und der Geschichte der Vornamengebung. Der dritte Teil des Vornamenlexikon behandelt die rechtlichen Bestimmungen zur Namensgebung und zur Rechtschreibung der Namen.
Der Hauptteil des Vornamenlexikon besteht selbstverständlich in der alphabetischen Auflistung der Namen. Wie der Untertitel des Buches schon sagt, werden mehr als 8000 Namen angeführt. Am Ende des Buchs folgen noch einige Listen, in denen die Namen nach bestimmten Kriterien sortiert sind, z. B. danach, ob sie männlich oder weiblich sind, oder eine bestimmte Herkunft haben. Das Vornamenlexikon gibt zu jedem Namen an, ob er typischerweise männlich oder weiblich ist, und aus welchem Land bzw. Kulturkreis er stammt. Des Weiteren gibt es einen mal mehr, mal weniger umfangreichen Text zu Herkunft und Bedeutung der Namen. In der Regel wird auch die Lautschrift zur Aussprache des Namens (bei mehreren Varianten auch für die unterschiedlichen Versionen) angegeben. Merkwürdig ist jedoch, dass diese bei einigen Namen fehlt.

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Der Vorname – eine Entscheidung fürs Leben

Unser Vorname begleitet uns ein Leben lang. Die Wahl des Vornamens ist daher eine der folgenschwersten Entscheidungen, die Eltern treffen müssen. Es ist daher kein Wunder, dass viele Eltern sich Sorgen machen, sich für den falschen Vornamen zu entscheiden. Aber kann es überhaupt gute oder schlechte Vornamen geben?

Zumindest existieren einige Punkte, welche bei der Wahl des Vornamens beachtet werden sollten. Welche von diesen Punkten als wichtig empfunden werden und welche als nebensächlich ist aber sicherlich eine Frage des persönlichen Empfindens.

6 Tipps zu Wahl des Vornamen

1.    Die Häufigkeit eines Vornamens: Ich selbst habe einen extrem häufigen Vornamen und weiß daher aus eigener Erfahrung, dass es unheimlich nervig sein kann, wenn mehrere Personen im Raum den gleichen Vornamen haben. Es ist daher durchaus sinnvoll keinen extremen Modenamen zu wählen. Das ist schließlich auch etwas unkreativ, oder? Selbstverständlich solltet ihr aber nicht von eurem absoluten Traumnamen ablassen, nur weil er gerade en vouge ist. Eine Liste mit den häufigsten Vornamen der letzten Jahre gibt es hier.

2.    Die Bedeutung eines Vornamens: Manche halten dies für völlig egal, für Andere ist es das wichtigste Kriterium. Ich muss gestehen, ich persönlich gehöre eher zu Letzteren. Im Alltag spielt die Bedeutung eines Vornamens praktisch keine Rolle, aber ist es nicht schöner seinem Kind erzählen zu können, dass sein Vorname „Mut“, „Schönheit“, „Stärke“ etc. bedeutet, als wenn die Bedeutung „hässlich“ oder „Feigling“ ist? Zudem haben viele Vornamen eine religiöse Herkunft, über diese sollten sich werdende Eltern zumindest bewusst sein.

3.    Wie wirkt eine Name auf andere Kinder: Wir bilden uns gerne ein, dass Kinder unschuldig und immer nett zueinander sind. Leider ist dies nicht der Fall. Es besteht also das Risiko, dass ein allzu merkwürdiger Vorname dazu führt, von anderen Kindern wegen des Vornamens gehänselt zu werden.

4.    Langer Nachname, kurzer Vorname und umgekehrt: Viele Menschen empfinden es als schöner wenn ein kurzer Nachname mit einem langen Vornamen kombiniert wird und umgekehrt. Zu kurze oder zu lange Namen wirken einfach nicht so nett.

5.    Alliterationen: Hier scheiden sich wohl die Geister. Die einen finden es unglaublich schön und wohlklingend, wenn Vorname und Nachname mit dem gleichen Buchstaben beginnen, andere halten es für puren Kitsch.

6.    Der kulturelle Hintergrund eines Vornamens: Dies sollte eigentlich keine Rolle spielen, leider ist es aber anders. Für ein Kind im Grundschulalter ist es meistens wohl eher merkwürdig, ständig folgendes Gespräch zu führen. „Kommt dein Vater oder deine Mutter aus Land XY?“ – „Sie kommen beide aus Deutschland.“ – „Ach so, dann kommen deine Großeltern aus Land XY!“ – „Nein.“ – „Aber ihr habt Religion Z.“ – „Nein, haben wir nicht.“

Dies sechs Punkte haben im wesentlich unsere Entscheidung zum Vornamen unseres Kindes bestimmt. Trotz dieser Kriterien ist es uns nicht gerade leicht gefallen. Uns haben die ganze Zeit Fragen beschäftigt wie: Ist der Vorname auf Dauer vielleicht doch blöd? Gibt es vielleicht einen cooleren, schöneren oder kreativeren Namen?

Wie ist eure Suche nach dem Vornamen verlaufen? Welche Punkte waren für eure Entscheidung wichtig? Ist es euch eher leicht oder schwer gefallen?

Informationsabend im Krankenhaus

Gestern haben wir einen Informationsabend im Krankenhaus zur Geburt dort besucht, von dem ich hier kurz berichten möchte.
Für uns kommen für die Geburt grundsätzlich zwei Krankenhäuser in Frage. Beide sind in der Nähe und ihr Ruf ist ganz ok. Welches also wählen? Meine Freundin hatte sich das andere Krankenhaus schon bei einem ähnlichen Informationsabend angesehen. Ich hatte da leider einen anderen Termin und konnte nicht mit.

Der Informationsabend gestern war ganz nett gemacht. Er fand in der Cafeteria des Krankenhauses statt und es gab kostenlose Getränke (Saft und Wasser). Zunächst berichtete ein Arzt von den Untersuchungen, welche das Krankenhaus vor der Geburt anbietet, davon wie die Kreissäle ausgestattet sind und welche Möglichkeiten es bei der Geburt gibt. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir, dass seit kurzem wieder Lachgas als Schmerzmittel angeboten wird. Früher war dies recht üblich: Meine Großmutter hatte meiner Freundin erzählt, dass sie es bei den Geburten teilweise genutzt hatte. Der Vorteil gegenüber einer PDA (Schmerzmittel über das Rückenmark) ist, dass Lachgas weniger Nebenwirkungen und weniger Risiken hat.
Es folgte ein Vortrag einer Hebamme, welche von der Station berichtete und den Angeboten, welche das Krankenhaus nach der Geburt bietet. Diese richteten sich nicht nur an den Zeitraum unmittelbar nach der Geburt, sondern beinhalteten auch Angebote für die ersten Monate – wie z. B. das Stillcafé. Nicht so gut fand ich dabei, dass der Vortrag auch als Werbung für kostenpflichtige Angebote genutzt wurde.
Als Letztes erzählte ein Kinderarzt dann von den Untersuchungen, welche in den ersten Lebenstagen gemacht werden. Nach jedem Vortrag gab es auch kurz die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Normalerweise wäre im Anschluss an die Vorträge einer der Kreissäle besichtigt worden. Dies musste jedoch leider ausfallen, da sie alle belegt waren.

Unser persönliches Fazit des Abends ist, dass wir uns für dieses Krankenhaus entschieden haben. Der Grund ist, dass hier direkt von den Ärzten erwähnt wurde, dass auch eine ambulante Geburt möglich ist. (Also bereits nach einigen Stunden nach Hause zu fahren, sofern das Kind gesund ist.) Es ist uns wichtig, dies zumindest als Option zu haben, und die Mitarbeiter des anderen Krankenhauses hatten eher eine negative Einstellung zur ambulanten Geburt. (Da sie dies aber auch nicht begründet haben, ist meine Vermutung, dass es einfach darin liegt, dass ein Krankenhaus daran nicht so viel verdient.)

Mein Eindruck zu solchen Informationsabenden: Grundsätzlich scheint mir dies eine sinnvolle Sache zu sein. Hätten wir gewusst, dass die Besichtigung der Kreissäle nicht möglich ist, hätten wir uns den Informationsabend vermutlich geschenkt. Aber dies war schlicht und einfach Pech. Gerade wenn mehrere Krankenhäuser zur Auswahl stehen, kann ich den Besuch dieser Informationsabende daher durchaus empfehlen.

Geburtsvorbereitungskurs Erfahrungsbericht: Teil 4

Mein Bericht der beiden letzten Sitzungen des Geburtsvorbereitungskurses. Es ging um die ersten Tage nach der Geburt und den Umgang mit einem Baby.

Tragen, Schlafen, Waschen

Die vorletzte Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses handelte von dem richtigen Umgang und der Pflege eines Babys. Die Sitzung war grundsätzlich sehr informativ und wichtig. Mir persönlich bot sie wenig Neues.
Zunächst ging es darum, wie ein Baby gehalten werden muss. Die wichtige Grundregel hierbei: Der Kopf darf niemals nach hinten abknicken können! Die Nackenmuskulatur von Neugeborenen ist noch nicht stark genug, den Kopf nach hinten zu halten, sodass es zu schweren Verletzungen kommen kann. Dies trifft nicht nur bei Haltungen mit „Rückenlage“ zu, sondern bezieht sich auch auf aufrechte und seitliche Haltungen, da auch Babys durchaus zu ruckartigen Bewegungen in der Lage sind, bei denen der Kopf dann nach hinten fallen kann. Nicht ganz so bekannt ist, dass es auch Haltungen gibt, welche die Entwicklung der Nackenmuskulatur fördern: Z. B. die „Flugzeughaltung“ auf dem Bauch.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei dem Geburtsvorbereitungskurs war die richtige Schlaflage für Neugeborene. Aufgrund der unterentwickelten Nackenmuskulatur besteht die Gefahr, dass Babys ersticken, wenn im Schlaf etwas ihren Mund und ihre Nase bedeckt. Deswegen werden Babys heute – anders als früher – auf den Rücken gelegt und es wird auf weiche Kissen und Decken verzichtet. Einige Teilnehmer des Geburtsvorbereitungskurses diskutierten mit der Hebamme recht lange darüber, ob die Rücken- und Seitenlage dazu führen können, dass sich der noch weiche Schädel des Baby unschön verformt. Ich kürze diese Diskussion hier ab und berichte nur vom Ergebnis: Es muss darauf geachtet werden, dass das Baby nicht ausschließlich den Kopf auf einer Seite liegen hat. (Beispielsweise weil sein Bett neben dem der Eltern steht und es sich immer zu ihnen hin dreht.) In diesen Fällen muss das Kind motiviert werden auch ab und an auch auf die andere Seite zu drehen. Abgesehen davon besteht keine große Gefahr einer „Verformung.“

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