Die Rolle des Vaters bei der Geburt

Dieser Artikel diskutiert die Rolle des Vaters bei der Geburt. Viele Väter sind unschlüssig, ob sie bei der Geburt ihres Kindes dabei sein möchten oder sollten. Mit diesem Text möchte ich ihnen helfen, zu verstehen, was auf sie zukommt.

Für mich war es immer selbstverständlich, dass ich bei der Geburt meiner Tochter dabei sein möchte. Trotzdem hatte ich nur eine sehr grobe Vorstellung davon, was meine Rolle bei der Geburt sein würde. Im Geburtsvorbereitungskurs habe ich dann erfahren, dass viele Männer nicht wissen, ob sie an der Geburt teilnehmen sollen. (Mehr darüber könnt ihr in meinem Artikel über den Geburtsvorbereitungskurs lesen.) Ich möchte hier daher davon berichten, was meiner Erfahrung nach die Rolle des Vaters bei der Geburt ist. (Über die Geburt unserer Tochter könnt ihr in meinen Geburtsbericht lesen.) Selbstverständlich lassen sich meine Erfahrungen nicht auf alle Paare übertragen, aber ich denke, bestimmte Dinge sind in jeder Geburt ähnlich. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, würde ich mich freuen, wenn ihr davon in den Kommentaren berichtet.

Als Vater bei der Geburt: psychische statt körperlicher Belastung

Aus der Sicht mancher Mütter haben Väter bei der Geburt eine angenehme Rolle. Sie müssen eigentlich nur dabei sein und haben nicht viel zu tun. Aber gerade dieses „nichts tun können,“ ist für mich sehr belastend gewesen. Wenn ein geliebter Mensch leidet, ist es das normalste der Welt, ihm helfen zu wollen. Während meine Freundin Schmerzen hatte und höchste körperliche Leistung liefern musste, nur danebenstehen zu können, ging für mich mit einem Gefühl der Macht- und Hilfslosigkeit einher. Dieses war extrem belastend und unangenehm.

Die Rolle des Vaters: Undankbare Aufgaben

Die praktische Unterstützung, die der Vater während der Geburt leisten kann, besteht in eher undankbaren Aufgaben. Dazu gehörten in meinem Fall:

1. Beständig an die richtige Atmung zu erinnern.
2. Meine Freundin dazu zu nötigen, zumindest ein klein wenig zu essen und zu trinken.
3. Darauf zu beharren, dass sie keine Scherzmittel nehmen wollte.

Punkt drei muss ich erklären: Meine Freundin hatte mir im Vorfeld immer wieder nachdrücklich gesagt, dass sie keine Schmerzmittel während der Geburt nehmen möchte. Der Grund dafür sind die Nebenwirkungen und Probleme, die dadurch entstehen können. Sie hat mir immer wieder gesagt, dass ich auf jeden Fall verhindern soll, dass sie sich spontan doch dafür entscheidet. Sie während der Geburt immer wieder daran zu erinnern, war keine schöne Aufgabe. Zudem handelte mir dies offene Anfeindungen durch die Hebammen ein.

Emotionale Unterstützung während der Geburt

Eine positive Funktion erfüllen Väter bei der Geburt dann aber doch – die emotionale Unterstützung. Es ist zweifelsohne schöner, solch ein Erlebnis nicht alleine durchstehen zu müssen, sondern eine andere Person dabei zu haben. Wenn die eigentliche Geburt richtig losgeht, kann der Vater nicht mehr machen, als danebenzustehen und die Hand der Mutter zu halten und ihr anderweitig Zuneigung zukommen zu lassen. Dies mag unbedeutend erscheinen, aber die Wirkung solcher Gesten sollte nicht unterschätzt werden.

Von der ersten Minute an für das Kind da sein

Ein handfester Vorteil davon bei der Geburt anwesend zu sein ist, dass ihr direkt für euer Kind da sein könnt. Im Anschluss an die Geburt findet noch die Nachgeburt statt, vielleicht sind bei der Mutter auch kleinere Eingriffe nötig (z. B. nähen). Wenn ihr nicht da seid, muss euer Kind während dieser Zeit in die Obhut einer Hebamme. Seid ihr anwesend, könnt ihr von der ersten Minute an für euer Kind da sein. Auch für das Kind ist dies angenehmer, da es in vielen Fällen schon an eure Stimme gewöhnt ist etc. und ihr somit definitiv vertrauter seid als eine fremde Hebamme.

Kinder sind nach der Geburt garantiert lieber beim Vater als bei einer Hebamme. Sich nach der Geburt um das Kind zu kümmern, gehört auch zur Rolle des Vaters.
Kinder sind nach der Geburt garantiert lieber beim Vater als bei einer Hebamme. Sich nach der Geburt um das Kind zu kümmern, gehört auch zur Rolle des Vaters.

Fazit: Väter sollten bei der Geburt dabei sein!

Ich habe am Anfang geschrieben, dass ich unentschlossenen Vätern eine Entscheidungshilfe bieten möchte, ob sie bei der Geburt dabei sein wollen oder nicht. Mein Fazit ist: Lasst euch die Geburt eures Kindes nicht entgehen. Nein, bis euer Kind auf der Welt ist, ist es kein angenehmes Erlebnis und die Aufgaben, die ihr übernehmen müsst, sind größtenteils undankbar. Aber ihr habt definitiv die Möglichkeit eure Partnerin zu unterstützen und könnt euch direkt um euer Kind kümmern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*