Einleitung der Geburt – Gründe und Risiken

Die meisten Ärzte schlagen die künstliche Einleitung der Geburt vor, wenn der errechnete Geburtstermin mehr als eine Woche überfällig ist – auch wenn keine unmittelbare Notwendigkeit besteht. Ist dies sinnvoll? Wie lange sollte auf eine natürliche Geburt gewartet werden und ab wann kann dies gefährlich werden?

Warten, warten, warten?

Unsere Tochter ist derzeit elf Tage überfällig. Auch wenn wir beide sehr beschäftigt sind (Wir schreiben beide unsere Abschlussarbeit.), wird das Warten langsam doch merkwürdig. Nachdem der errechnete Geburtstermin einige Tage verstrichen war, haben wir uns selbstverständlich auch die Frage gestellt, kann dies zu einem Problem werden? Was machen wir, wenn die Wehen einfach nicht losgehen? Verstärkt wurden unsere Sorgen noch dadurch, dass bei den CTGs (Eine Erklärung, was das genau ist, gibt es bei Wikipedia.) meiner Freundin mal Wehen zu sehen waren mal nicht, sie jedoch nie etwas davon gespürt hat.

Gründe für die künstliche Einleitung der Geburt

Inzwischen empfehlen viele Ärzte die künstliche Einleitung der Geburt, sobald der errechnete Geburtstermin sieben Tage überschritten ist. Dies führt dazu, dass die Anzahl der Kinder, die durch eine künstliche Einleitung der Geburt zu Welt kommen, drastisch gestiegen ist. Um die Geburt künstlich einzuleiten, gibt es eine ganze Reihe von Methoden. (Eine Übersicht gibt es hier.) Aber warum wird nicht einfach gewartet, bis das Kind von alleine auf die Welt kommt? Was sind die Gründe für eine künstliche Einleitung der Geburt?

Neben spezielleren medizinischen Problemen gibt es primär drei Risiken, welche auftreten können, wenn die Schwangerschaft zu lange dauert, und für eine künstliche Einleitung der Geburt sprechen:
1. Das Fruchtwasser nimmt ab oder seine Qualität verschlechtert sich.
2. Die Versorgung des Kindes durch Plazenta und Nabelschnur ist nicht mehr ausreichend.
3. Das Kind wird zu groß für eine normale Geburt und das Risiko eines Kaiserschnitts steigt.

Nachteile der künstlichen Einleitung der Geburt

Also ist es eine künstliche Einleitung der Geburt eine gute Sache? Nicht ganz, denn es gibt eine ganze Reihe negativer Auswirkungen. Die Wehen kommen oft schneller und heftiger, als es natürlich der Fall gewesen wäre. Dies führt zum einen dazu, dass Frauen bei einer künstlichen Einleitung der Geburt häufiger Schmerzmittel benötigen, mit allen negativen Effekten, welche diese mit sich bringen. Zum anderen kann es zu einer Überbeanspruchung der Gebärmutter kommen, was den Geburtsstress für das Kind drastisch erhöht. Des Weiteren führen die Maßnahmen zu einer künstlichen Einleitung der Geburt oft dazu, dass die Geburt liegend im Bett stattfinden muss. Dies ist aber eine der schlechtesten möglichen Positionen, um ein Kind zu Welt zu bringen. (Mehr über Geburtsstellungen habe ich schon in diesem Artikel geschrieben.)

Die Wiege ist immer noch leer. Wir müssen über eine Einleitung der Geburt nachdenken.
Die Wiege ist immer noch leer. Wir müssen über eine Einleitung der Geburt nachdenken.

Was nun? Die Geburt einleiten oder nicht?

Pauschale Aussagen, wann es sinnvoll ist, zu einer künstlichen Einleitung der Geburt zu greifen, sind Unsinn. Solange keine speziellen medizinischen Gründe vorliegen, hängt es von dem individuellen Fall ab, wann eine künstliche Einleitung der Geburt sinnvoll ist. Wichtig ist es, nach dem Überschreiten des errechneten Geburtstermins durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und CTGs überprüfen zu lassen, ob eines der drei genannten Risiken eintritt und eine Einleitung der Geburt notwendig wird. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass die künstliche Einleitung der Geburt – je nach Methode – durchaus zwei Tage dauern kann. Irgendwann ist es aber selbstverständlich so weit, dass die Risiken der überlangen Schwangerschaft die Risiken der künstlichen Einleitung der Geburt übersteigen und auf jeden Fall eingeleitet werden sollte.

Wir warten noch

So nach dem ganzen theoretischen Zeug wieder zurück zu uns. Wir haben uns entschieden, erstmal noch auf eine natürliche Geburt zu warten. Unsere Tochter ist definitiv noch nicht zu groß, das Fruchtwasser und die Versorgung sind tadellos. Sicherheitshalber lässt meine Freundin dies täglich kontrollieren. Solange sich nichts ändert, üben wir uns in Geduld und verzichten vorerst auf eine künstliche Einleitung der Geburt. Wenn unsere Tochter mehr als zwei Wochen länger braucht, werden wir uns allerdings damit beschäftigen, welches die beste Methode zur künstlichen Einleitung der Geburt ist…

Musste die Geburt bei eurem Kind eingeleitet werden? Waren die eure Erfahrungen damit eher positiv oder negativ?

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