Erfahrungsbericht Geburtsvorbereitungskurs: Teil 1

Als Eröfnungsbeitrag meiner Homepage möchte ich euch von unseren Erfahrungen mit einem Geburtsvorbereitungskurs berichten.  Ich hoffe denjenigen, die so einen Kurs noch vor sich haben, damit einen ersten Eindruck davon zu geben, was sie erwartet. Wenn ihr den Kurs schon hinter euch habt, würde mich aber auch interessieren, was eure Erfahrungen waren.

Mein Bild von Geburtsvorbereitungskursen war bis jetzt von Comedy-Serien und Filmen geprägt. Meine Assoziationen waren Atemübungen, Übungspuppen und andere Peinlichkeiten. Wie ihr euch vorstellen könnt, war ich von der Vorstellung so einen Kurs zu besuchen nicht gerade begeistert. Vor meinem inneren Auge, sah ich mich schon wie Ross aus Friends auf eine der Puppen treten.

Aber auf der anderen Seite: Warum sich eine Gelegenheit entgehen lassen, sich auf Tag 0 vorzubereiten? Schließlich teilt uns das Fernsehen noch öfter mit, was für ein krasses und nervenaufreibendes Erlebnis doch eine Geburt ist.

Ich muss gestehen, dass ich faul war und mich nicht, um das Organisatorische gekümmert habe, sondern meine Freundin dies alles übernommen hat. Offensichtlich gibt es Geburtsvorbereitungskurse von den verschiedensten Veranstaltern: Krankenhäuser, Familienzentren etc. Außerdem gibt es getrennte Versionen für Frauen alleine und Paare. Zum Finanziellen: Frauen bekommen den Kurs von der Krankenkasse bezahlt, ob die Krankenkasse der Männer ihre Teilnahme übernimmt ist sehr unterschiedlich. Die Kosten halten sich aber noch in Grenzen, es geht so um ca. 80 €.

Wir sind in dem Paarkurs eines Krankenhauses gelandet. Allerdings nicht ohne einiges organisatorisches hin und her. Meine Freundin hatte uns unter Angabe des errechneten Geburtstermins angemeldet, aber irgendein Genie hat es geschafft uns einem Geburtsvorbereitungskurs zuzuteilen, der so spät angefangen hätte, dass die letzten beiden Termine nach dem wahrscheinlichen Geburtstermin lagen. Da ein Kind nun auch mal ein oder zwei Wochen vor diesem Termin kommen kann und die Geburt dann nach der Hälfte des Kurses gewesen wäre, hätten wir es uns so auch schenken können.

Also nochmal angerufen, auf diesen Unsinn hingewiesen und siehe da: Es war problemlos noch ein Termin in einem früheren Kurs frei.

Kommen wir zu dem eigentlich Geburtsvorbereitungskurs:

Der Veranstalltungsort ist eine Art kleine Turnhalle in einem Nebengebäude des Krankenhauses. Dagegen ist definitiv nichts einzuwenden. Geleitet wird der Kurs von einer Hebamme. Neben uns waren acht weitere Paare anwesend. Das Alter lag zwischen Mitte 20 und Ende 30 bei den Frauen und bei den Männern ging es hoch bis Mitte 40. Wir waren nicht die jüngsten, gehörten aber definitiv zu den jüngeren.

Wie immer bei solchen Sachen, fing die erste Sitzung mit einer Vorstellungsrunde an. Die Leiterin wollte von den Frauen wissen, wie sie sich bis jetzt so fühlen, ob sie schon Beschwerden haben und was sie sich von dem Kurs erwarten und von den Männern, ob sie bei der Geburt dabei sein möchten. Die Antwort auf die Erwartungen an den Kurs war einhellig, alle wollten praktische Tipps für die Geburt – was auch sonst?

Dann fing es aber an, die Frauen erzählten davon, was sie alles nicht mehr können, von ihren Rückenschmerzen etc. Meine Partnerin war zwei Tage vorher noch mit mir eine Stunde joggen und auch dementsprechend entsetzt über die anderen Frauen. Ja, vermutlich ist dies auch zu einem guten Teil Glück. Aber es liegt mit Sicherheit auch daran, dass meine Freundin vor und während der Schwangerschaft regelmäßig Sport gemacht hat und mit einer positiven Einstellung an die Sachen rangeht. Wer von Anfang an fest davon ausgeht Beschwerden zu haben (Hallo, Film und Fernsehen!) und schon vor der Schwangerschaft nicht fit war, wird sicherlich Probleme bekommen.

Bei den Männern ging es dann weiter: Sie hatten Angst vor der Geburt, könnten kein Blut sehen, hätten Angst Ohnmächtig zu werden usw. Ich dachte echt, ich wäre im falschen Film. Meine Antwort war, ich fände es selbstverständlich, dass der Vater dabei ist und hätte daher gar nicht daran gedacht, nicht hinzugehen. Die Hebamme nahm dies zum Anlass zu ergänzen, dass ich garantiert trotzdem Befürchtungen und Sorgen deswegen hätte…

Haben wir einfach Glück, dass bei uns bis jetzt alles so gut läuft? Mache ich mir zu  wenig Gedanken? Vielleicht – aber ich glaube, viele werdenden Eltern gehen viel zu negativ an die Sache heran. Wenn ich Schwangerschaft und Geburt als Tortur betrachte, die man gezwungen ist zu durchlaufen, dann kommen solche Reaktionen und Befürchtungen zu Stande. Ich übertreibe jetzt selbstverständlich ziemlich. Aber worauf ich damit hinaus will ist, dass mir eine positive Einstellung zu Schwangerschaft und Geburt wichtig zu sein scheint. Sicher wäre es leichtsinnig, sich nicht vorzubereiten und über Risiken und Probleme zu informieren. Aber wer von Anfang an das Schlimmste erwartet, wird auch keine Freude an dieser Zeit haben.

Für uns waren die Aussagen der anderen Paare auf jeden Fall nicht nachvollziehbar. Nach diesem Erlebnis, bin ich aber tatsächlich gespannt darauf, wie die Geburt wird: Ist sie halb so wild oder erwartet uns eine böse Überraschung? Ich werde davon berichten.

Der Rest der ersten Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses war übrigens denkbar unspektakulär. Es gab eine Übung (Arme hoch halten) die zeigen sollte, dass bei der Geburt Ausdauer nötig ist. Weiter sollten die Männer den Frauen den Rücken massieren, indem sie ihn mit Tennisbällen abrollen. Ich hoffe der „praktische Teil“ wird in Zukunft etwa sinnvoller…

Was waren eure Erfahrungen mit Geburtsvorbereitungskursen? Was haltet ihr von meiner Darstellung? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Hier geht es zu Teil 2 des Berichts zum Geburtsvorbereitungskurs: Wehen und Geburt

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