Geburtsvorbereitungskurs Erfahrungsbericht: Teil 4

Mein Bericht der beiden letzten Sitzungen des Geburtsvorbereitungskurses. Es ging um die ersten Tage nach der Geburt und den Umgang mit einem Baby.

Tragen, Schlafen, Waschen

Die vorletzte Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses handelte von dem richtigen Umgang und der Pflege eines Babys. Die Sitzung war grundsätzlich sehr informativ und wichtig. Mir persönlich bot sie wenig Neues.
Zunächst ging es darum, wie ein Baby gehalten werden muss. Die wichtige Grundregel hierbei: Der Kopf darf niemals nach hinten abknicken können! Die Nackenmuskulatur von Neugeborenen ist noch nicht stark genug, den Kopf nach hinten zu halten, sodass es zu schweren Verletzungen kommen kann. Dies trifft nicht nur bei Haltungen mit „Rückenlage“ zu, sondern bezieht sich auch auf aufrechte und seitliche Haltungen, da auch Babys durchaus zu ruckartigen Bewegungen in der Lage sind, bei denen der Kopf dann nach hinten fallen kann. Nicht ganz so bekannt ist, dass es auch Haltungen gibt, welche die Entwicklung der Nackenmuskulatur fördern: Z. B. die „Flugzeughaltung“ auf dem Bauch.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei dem Geburtsvorbereitungskurs war die richtige Schlaflage für Neugeborene. Aufgrund der unterentwickelten Nackenmuskulatur besteht die Gefahr, dass Babys ersticken, wenn im Schlaf etwas ihren Mund und ihre Nase bedeckt. Deswegen werden Babys heute – anders als früher – auf den Rücken gelegt und es wird auf weiche Kissen und Decken verzichtet. Einige Teilnehmer des Geburtsvorbereitungskurses diskutierten mit der Hebamme recht lange darüber, ob die Rücken- und Seitenlage dazu führen können, dass sich der noch weiche Schädel des Baby unschön verformt. Ich kürze diese Diskussion hier ab und berichte nur vom Ergebnis: Es muss darauf geachtet werden, dass das Baby nicht ausschließlich den Kopf auf einer Seite liegen hat. (Beispielsweise weil sein Bett neben dem der Eltern steht und es sich immer zu ihnen hin dreht.) In diesen Fällen muss das Kind motiviert werden auch ab und an auch auf die andere Seite zu drehen. Abgesehen davon besteht keine große Gefahr einer „Verformung.“

Die vermutlich wichtigste Information dieser Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses bezog sich auf das Schlafverhalten von Kindern. Viele Eltern berichten ja, dass ihre Kinder nachts einfach nicht schlafen wollen, und dies entwickelt sich zu einem ernsthaften Problem für die Eltern. Alle Kinder haben verschiedene Gewohnheiten und es gibt viele Ursachen dafür, warum sie nachts Probleme machen. Es ist daher schwer, hier Generalaussagen zu machen. Aber die Leiterin des Geburtsvorbereitungskurses wies darauf hin, dass es einen häufigen Fehler gibt: Der Gedanke Babys bräuchten Ruhe zum Schlafen und unmittelbar ein eigenes Zimmer. Die meisten Babys werden nicht ruhig schlafen, wenn sie von ihren Eltern getrennt sind. Gewohnte Umgebungsgeräusche hingegen stören sie gar nicht. Diese Aussage deckt sich mit dem, was wir vorher schon gelesen hatten und ist auch sehr plausibel. Für ein völlig hilfloses Wesen ist es eine potenzielle Gefahrensituation alleine zu sein, es ist daher völlig natürlich, dass Babys unruhig werden und durch Schreien auf sich aufmerksam machen, sobald sie alleine sind.
Zuletzt ging es bei diesem Termin des Geburtsvorbereitungskurses dann noch um das Waschen der Kinder und Hautpflege. Der Hinweis der Kursleiterin war: Nur weil eine Firma ein Produkt, mit dem sie Geld verdient, bewirbt, heißt dies noch lange nicht, dass es sinnvoll ist. 😉
Das Fazit dieses Punktes des Geburtsvorbereitungskurs war, dass die meisten speziellen Babyprodukte eigentlich unnötig sind. Es reicht die Kinder mit einem weichen Waschlappen und warmem Wasser täglich zu waschen und dann eine Hautcreme zu verwenden, wenn die Haut des Babys irgendwo gerötet ist.

Das Ende des Geburtsvorbereitungskurses

Die letzte Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses bestand aus einer offenen Fragerunde. Es gab daher nichts Neues, sondern es wurden nur verschiedene Dinge rekapituliert. Besonders erwähnenswert war eigentlich nur, dass das erste Paar bereits mit Kind dort war. Die perfekte Erinnerung, dass die errechneten Geburtstermine eben doch nur eine grobe Schätzung sind.

Einen weiteren Beitrag zu dem Thema wird es aber doch noch geben: Es wurde ein Nachbereitungstermin mit den Kindern vereinbart, in dem alle von ihren Erfahrungen berichten, und nochmal mögliche Probleme besprochen werden.

Ich hoffe meine kleine Reihe von Erfahrungsberichten zum Geburtsvorbereitungskurs hat euch gefallen. Was waren eure Erfahrungen mit dem Geburtsvorbereitungskurs? Ist er genauso verlaufen wie bei uns oder war er bei euch anders aufgebaut?

2 Gedanken zu „Geburtsvorbereitungskurs Erfahrungsbericht: Teil 4

  1. Ich muss schon sagen, dass es doch unterschiede gibt.
    In dem GVK meiner Hebamme (Frauenkurs mit 2 Paarabenden) ging es hauptsächlich um Themen wie „Schwangerschaftssymptome, Geburt, Wehen, Stillen, Mögliche Probleme und was kann man dagegen tun“. Mir persönlich auch der Teil mit der Pflege gefehlt, dafür gab es viele Entspannungsübungen.
    Nun, was besser oder schlechter ist? Ich weiß es nicht 🙂
    Die Hebamme selber wird uns aber auch in der Nachsorge betreuen und daher denke ich, dass sie uns die Pflege sachen dann schon selbst noch sagen wird 🙂

    1. Hallo Teechen,

      danke für deinen Kommentar! Es ist sehr spannend, zu erfahren, wie die Kurse bei Anderen liefen!
      Besser oder schlechter würde ich auch nicht sagen! Wobei der Pflegeteil schon wichtig ist. Aber vermutlich ist dies bei euch dann einfach für die Nachsorge eingeplant!
      Ich frage mich gerade, ob die Unterschiede wohl an der Kursleiterin liegen oder daran, dass unser Kurs ein kompletter Paarkurs war und deiner ein Frauenkurs mt Paar Terminen…

      Grüße,

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