Geburtsvorbereitungskurs Teil 2: Wehen und Geburt

Im zweiten Erfahrungsbericht über den Geburtsvorbereitungskurs geht es um die Wehen und die eigentliche Geburt sowie um Stellungen und Techniken, welche diese erleichtern.

Die Wehen überstehen

Diese Woche waren wir bei der dritten Sitzung des Geburtsvorbereitungskurses. Aus Gründen, die nichts mit dem Kurs oder der Schwangerschaft zu tun haben, konnten wir am zweiten Termin leider nicht teilnehmen. Dieses Mal hatte auch die berühmte Babypuppe ihren ersten Auftritt – aber zum Glück nur zu Demonstrationszwecken, nicht um an ihr zu üben.

Es ging dieses Mal darum, wie eine Geburt überhaupt abläuft. Der größte Teil des Kurses war daher eine Art Vortrag. Diese ganzen Informationen hätten wir uns sicherlich auch alleine im Internet besorgen können, aber es ist auch nicht verkehrt, dies nochmal so komprimiert mitgeteilt zu bekommen. Zudem hat so eine Gesprächsinformation den Vorteil, bei Unklarheiten direkt nachfragen zu können. In unserem Fall war dieser Vorteil etwas hinfällig, da die Hebamme, die den Kurs leitet, wie ein Wasserfall in einem durchsprach und keine Gelegenheit für Nachfragen bot. Ich vermute aber, dass dies in anderen Kursen eher nach dem Frage und Antwort Schema abläuft.

Selbstverständlich hatten wir uns auch vorher schon informiert und wussten viele Dinge bereits. Aber ich fand es auch ganz gut, Sachen, die ich im Internet gelesen hatte, nochmal bestätigt zu bekommen. Zum Beispiel, dass die „klassische“ Geburt, bei die Frau auf dem Rücken liegt, die zweitschlechteste Haltung nach dem Handstand ist. Warum? Ganz einfach – weil hier die Schwerkraft nicht mithilft. Es ist also sinnvoll die Geburt in einer Stellung durchzuführen, in der die Natur mithelfen kann. Welche genau? Dies ist anscheinend relativ egal und kann spontan entschieden werden.

Hierzu gab es dann am Ende auch noch einen kleinen praktischen Teil. Die Frauen sollten verschiedene Haltungen ausprobieren, in denen sich die Wehen „aushalten lassen.“ Die Idee ist, diese Stellungen währen den Wehen durchzuprobieren und sich dann für eine zu entscheiden, in welcher die eigentliche Geburt dann stattfindet.

Wie genau diese Positionen aussehen? – Wie Stellungen beim Sex. Nein, das ist kein Witz, die Ähnlichkeit ist frappierend. Eigentlich ist dies aber kein Wunder… Alle diese Haltungen haben einige gemeinsame Punkte: 1. Die Frau kann das Becken ein wenig bewegen und somit lockern. 2. Die Frau hat den Oberkörper auf irgendeine Art angelehnt oder abgestützt, damit es nicht noch anstrengender ist, als es ohnehin schon ist. 3. Die Haltung von Becken und Oberkörper – wie schon gesagt – so, dass die Schwerkraft dabei mithelfen kann, das Kind aus dem Körper zu befördern. Ob die Frau dabei steht, sitzt, hockt oder kniet ist dann eigentlich nebensächlich.

War diese Übung sinnvoll? Ob es viel gebracht hat, die Positionen mit simulierten Wehen durchzuprobieren, möchte ich doch eher bezweifeln. Aber es war sehr sinnvoll, verschiedene Haltungen durchzugehen und kennen zu lernen, denn darauf, dass eine Geburt auch im Knien stattfinden kann, wäre ich sonst nicht gekommen.

Extratermin nur für Frauen

Zwischen der dritten und vierten Sitzung gab es einen Extratermin des Geburtsvorbereitungskurses, welcher nur für die Frauen war. Nach dem Bericht meiner Freundin ging es hauptsächlich darum, wie sich der eigene Körper auf die Geburt vorbereiten lässt. Die Beispiele, welche sie mir nannte, waren, Intimmassagen zur Dehnung und Möglichkeiten die Brustwarzen für die Stillzeit „abzuhärten“. Da ich selbst nicht anwesend war, möchte ich dazu nichts weiter schreiben, bevor ich etwas falsch wieder gebe.

Warum durfte ich nicht teilnehmen? Die offizielle Begründung der Hebamme, welche den Geburtsvorbereitungskurs leitet, war, dass dies für Männer ohnehin langweilig sei. Ich bin da nicht so überzeugt, schließlich wäre es durchaus möglich den Partner in solche Techniken einzubeziehen und das notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden. Meine Vermutung ist eher, dass es der Kursleiterin unangenehm ist, vor Männern über solche Themen zu sprechen. 😉

Hier geht es zu Teil 3 des Berichts zum Geburtsvorbereitungskurs: Mögliche Probleme bei der Geburt.

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